Qualität gestalten statt prüfen - ein kompaktes Reifegradmodell für dein Team
In Projekten taucht oft die Frage auf: 'Wie gut ist unsere Qualität?' Klassische Modelle liefern selten praktikable Antworten - sie sind komplex, abstrakt oder mit einer hohen Einstiegshürde verbunden.
Deshalb habe ich ein kompaktes Selbstcheck-Reifegradmodell entwickelt, das Teams in nur 15-20 Minuten eine Standortbestimmung ermöglicht. Es umfasst praxisnahe Dimensionen wie Testdesign, Transparenz und Zusammenarbeit.
Ein besonderer Vorteil: Das Modell liefert konkrete Vorschläge für nächste Schritte. Es ist bewusst als Team-Tool gedacht: Ergebnisse gehören dem Team, Fingerpointing oder Management-Vergleiche sind ausgeschlossen.
Zielgruppe: Menschen in Projekten, die Qualität sichtbar machen und pragmatisch gestalten möchten
Voraussetzung: Keine
Level: Basic
Extended Abstract:
Die Frage nach der Qualität begleitet jedes Projekt - und doch bleibt sie oft unbeantwortet oder wird nur vage diskutiert. Klassische Reifegradmodelle oder Normen wie TMMi und ISO liefern theoretisch eine Grundlage, sind in der Praxis aber schwer handhabbar: zu komplex, zu abstrakt oder mit einer hohen Einstiegshürde verbunden. Für Teams im Projektalltag bedeutet das oft, dass die entscheidende Frage 'Wo stehen wir und was sollten wir als Nächstes tun?' offenbleibt .
Aus diesem Bedarf heraus habe ich ein kompaktes Reifegradmodell für Qualität entwickelt, das Teams in nur 15-20 Minuten anwenden können - ohne vorherige Trainings, ohne umfangreiche Vorbereitung. Das Modell ist als Selbstcheck konzipiert: Das Team führt die Bewertung eigenständig durch und entscheidet auch selbst, ob die Ergebnisse geteilt werden. Dadurch bleibt der Fokus auf Lernen und Verbesserung, nicht auf Vergleich oder Fingerpointing.
Das Modell umfasst zehn Dimensionen, die sowohl klassische als auch agile Arbeitsweisen berücksichtigen. Neben Bereichen wie Testdesign & Abdeckung oder Transparenz & Nachvollziehbarkeit adressiert es bewusst auch die Zusammenarbeit der Menschen im Team - denn Qualität entsteht nicht allein durch Prozesse oder Tools, sondern vor allem im Miteinander. Jede Dimension ist in aufeinander aufbauende Levels gegliedert; Überspringen ist nicht vorgesehen.
Ein wesentlicher Mehrwert liegt in den integrierten Next-Step-Guides: Für jedes Level gibt das Modell konkrete Vorschläge, was ein Team tun kann, um das nächste Level zu erreichen. Damit entsteht nicht nur eine Standortbestimmung, sondern auch ein klarer Handlungsrahmen. Risiken werden so einfacher erkennbar, Potenziale schneller sichtbar und Verbesserungen pragmatisch anstoßbar.
Derzeit wird das Modell in realen Teams erprobt. Erste Erfahrungen zeigen: Schon die gemeinsame Diskussion über die Kriterien schafft Mehrwert. Teams reflektieren ihre Arbeitsweise, entdecken Stärken und identifizieren blinde Flecken - unabhängig davon, ob sie sich tatsächlich für eine Weiterentwicklung entscheiden. Denn das Modell sieht bewusst keinen Zwang zur Veränderung vor: Wenn ein Team mit seinem Level zufrieden ist, darf es dortbleiben.
In meinem Vortrag stelle ich die Grundidee, die Dimensionen und Beispiele aus der Praxis vor. Die Teilnehmenden erhalten Impulse, wie sie das Modell für ihre eigenen Teams einsetzen können - schnell, ohne großen Aufwand, und mit unmittelbarem Nutzen.
IT Berater
Oliver Schuhmacher bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in IT-Qualität und Testmanagement mit. Er unterstützt Teams dabei, nicht nur gute Software, sondern auch gute Zusammenarbeit zu gestalten. Sein Pragmatismus, seine Offenheit und sein Blick fürs Ganze machen Qualität greifbar - und mit dem Qualitätsfähnchen setzt er ein sichtbares Zeichen, das für ihn seit Jahren zur Arbeit dazugehört.
